Tagarchive für " Zeitenwende Lang& Franz GbR "

21. Mai 2018

Der selbständige Unternehmer

Bei der Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand gibt es zwischen selbstständigen Unternehmern und leitenden Angestellten einige Parallelen, aber auch manche Unterschiede. Um ihren beruflichen Ausstieg souverän meistern zu können, jederzeit ihre Handlungsfähigkeit bewahren und ein selbstgestaltetes nachberufliches Leben genießen können, gibt es etliche Fakten zu berücksichtigen. Nur so können die Betroffenen der Komplexität der jeweils unterschiedlichen Perspektiven gerecht werden.

Dr. Ewald Lang ist einer der beiden Autoren des Buches über den beruflichen Ausstieg

Der Einstieg in das nachberufliche Leben hängt bei einem selbstständigen Unternehmer vor allem von seiner Nachfolgeregelung ab. Bevor der Firmeneigner aber eine Nachfolgeregelung einleitet, muss Klarheit darüber bestehen, wann für Ihn, seine Firma und seine Familie der richtige Moment ist, auszusteigen. Dabei gilt: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, also beim größtmöglichen beruflichen Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt hat man gute Aussicht auf einen guten Unternehmenserlös und auf ein neues, erfülltes Leben, da die Arbeitsphase dann in positiver Erinnerung behalten werden kann. Gefahrenmomente entstehen jedoch, wenn bei zunehmendem Alter, z.B. neue Strömungen am Markt oder neue Technologien nicht mehr richtig eingeschätzt werden und möglicherweise fehlerhaft darauf reagiert wird. Bevor die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestartet wird, muss die Unternehmensübergabe vorab sorgfältig durchdacht und schriftlich festgehalten werden, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen. Hierfür ist es notwendig, sich mit den folgenden Fragen zu beschäftigen: Wie soll das Anforderungsprofil des Nachfolgers sein? Soll mein Nachfolger intern oder extern oder gar aus der eigenen Familie kommen? Vor welchem Zeithorizont soll der Übergangsprozess erfolgen – als gleitende Übergabe oder als klarer Schnitt? Je nachdem, für welchen Weg man sich entscheidet, müssen bestimmte Verhaltensregeln und Prozesse beachtet werden. Dabei gilt es grundsätzlich, Konkurrenz zum Nachfolger zu vermeiden, die Kompetenzen zwischen Inhaber und Nachfolger klar vertraglich zu regeln sowie eine absolut erkennbare Unterstützung des Nachfolgers durch den abgebenden Unternehmer persönlich zu gewährleisten. Der Unternehmer tut in der Ausstiegssituation gut daran, sich Eitelkeiten (‚ich bin der Platzhirsch’) zu untersagen und anzuerkennen, dass jeder Mensch ersetzbar ist, in seiner Funktion.
Eine Unternehmensabgabe und eine Nachfolgeregelung sind äußerst komplexe und emotional hoch aufgeladene Prozesse. Sie werden von den Betroffenen in ihrer Tragweite sehr häufig unterschätzt. Werden die notwendigen gedanklichen Klärungen frühzeitig, sorgfältig und schriftlich fixiert vorgenommen, kann das Misserfolgsrisiko erheblich verringert werden.

Die Abgabe des eigenen Unternehmens – üblicherweise ist es das Lebenswerk – als möglicherweise letzte strategische Weichenstellung ist ein hochemotionaler Akt. Das Gelingen dieser Maßnahme darf nicht dem Zufall überlassen werden, wenn wir finanzielle Verluste und menschliche Enttäuschungen vermeiden wollen.

Um jederzeit die eigene Handlungsfähigkeit während des Übergabeprozesses zu sichern, ist neutrale Begleitung und Beratung zwingend notwendig. Denn es gilt sehr klar, nüchtern und zielgerichtet zu entscheiden: Sorgfältige strategische Vorbereitung bewahrt vor Misserfolgen.

29. April 2018

Der Einstieg in den beruflichen Ausstieg

Bei der Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand gibt es zwischen selbstständigen Unternehmern und leitenden Angestellten einige Parallelen, aber auch manche Unterschiede. Um ihren beruflichen Ausstieg souverän meistern zu können, jederzeit ihre Handlungsfähigkeit bewahren und ein selbstgestaltetes nachberufliches Leben genießen können, gibt es etliche Fakten zu berücksichtigen. Nur so können die Betroffenen der Komplexität der jeweils unterschiedlichen Perspektiven gerecht werden.

Die angestellte Führungskraft

Beim beruflichen Ausstieg einer angestellten Führungskraft gibt es im Wesentlichen zwei unterschiedliche Varianten: Einerseits den geordneten und altersbedingten Rückzug aus dem Berufsleben und andererseits die unerwartete, fremdbestimmte Ausstiegssituation. In beiden Fällen hat die Führungskraft etliche Möglichkeiten, individuell richtig zu agieren, um trotz aller Widrigkeiten die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten und in der Folge ein ausgefülltes, sinnhaftes nachberufliches Leben führen zu können. Um dies zu erreichen muss bestimmten Verhaltensregeln entsprochen werden.

Dr. Dr. Ekkehart Franz ist einer der beiden Autoren und Berater der Zeitenwende.

Der Einstieg in den beruflichen Ausstieg

Beim geordneten, geplanten, altersbedingten Ausstieg ist es von großem Vorteil, mit den Vorbereitungen für den eigenen Ruhestand mindestens zwei Jahre vor dem Tag X zu beginnen. Denn es erfordert viel Zeit und Kraft, die damit verbundenen komplexen Prozesse sorgsam zu Ende zu denken. Bei der Planung der letzten Lebensphase, die heute mit 25 und mehr Jahren die längste Phase unseres gesamten Lebens darstellt (!), sollte der Fokus unter anderem auch auf die eigene Gesundheit gerichtet werden. Des Weiteren sollte am Arbeitsplatz ein präziser Plan erstellt werden, der den Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens sichert. Ferner sollte auch geklärt sein, welche Projekte noch erledigt und welche an den Nachfolger übergeben werden müssen. Wichtig für den Erhalt des eigenen guten Rufs gegenüber Vorgesetzten und Kollegen: Grundsätzlich keine Kritik am Unternehmen üben, dem Nachfolger offen begegnen, ihm von Anfang an Verantwortung zu übertragen und nicht die eigene Unersetzlichkeit demonstrieren wollen. Denn jeder Mensch ist ersetzbar, zumindest in seiner Funktion.

Im Gegensatz dazu kann der unerwartete, vorzeitige berufliche Ausstieg, der üblicherweise durch Reorganisationen im Unternehmen zustande kommt, kaum vorbereitet werden. Denn das Überraschungsmoment des in der Regel kurzfristig anberaumten Trennungsgesprächs macht eine Planung unmöglich. Hier ist der Verlust der eigenen Handlungsfähigkeit geradezu vorprogrammiert. Die Folge? Betroffene sinken schnell in das sogenannte schwarze Loch, und es fällt ihnen sehr schwer, souverän zu bleiben. Gerade in solch einer Situation ist es entscheidend, sehr sorgfältig über die nächsten Schritte nachzudenken und nicht unreflektiert emotional zu werden. In dieser emotional hoch aufgeladenen und sehr komplexen Situation ist es geradezu zwingend, sich neutralen Beistand von außen zu holen; sowohl, um juristische Fehler zu vermeiden, als auch einem zu großen Energieverlust zu entgehen. Mit einem individuellen, klug durchdachten Handlungsplan kann die Neuausrichtung in jedem Falle gelingen und damit verbunden auch, die eigene Handlungsfähigkeit schnell wiederzuerlangen. Ein absolutes ‚No-Go’ ist es, womöglich schlecht über den Arbeitgeber zu reden oder im Zorn zurückzublicken. Das kostet nur sehr viel Energie, die Betroffene nun für die Neuausrichtung ihres Lebens benötigen. Mit einem neutralen Berater gelingt es am ehesten, die Energien zu bündeln, um den beruflichen Ausstieg souverän zu meistern, die Lebensziele neu zu definieren und vor allem, konkrete Handlungsstränge zu entwickeln.

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